Man kann im Leben nichts versäumen – außer die Liebe
- Armin Wick
- 22. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit

Man kann im Leben nichts versäumen – außer die Liebe
Jemand hat mir einmal von einem Buch erzählt.
Von Menschen, die am Ende ihres Lebens zurückblicken.
Von ein paar Dingen, die sie bereuen.
Ich erinnere mich nicht mehr an alle.
Nur an das Gefühl, das blieb.
Ein kurzes Innehalten.
Als hätte jemand leise das Licht gedimmt.
Vielleicht waren es fünf Punkte.
Vielleicht nur einer,
der sich verschieden gezeigt hat.
Man kann im Leben nichts versäumen – außer die Liebe.
Man liest diesen Satz nicht.
Man begegnet ihm.
Zwischen Tasse und Tischkante.
Zwischen einem Termin und dem nächsten.
Eine Arbeitswoche vergeht.
Viel wurde erledigt.
Wenig berührt.
Der Kalender ist voll.
Der Moment eher nicht.
Man schiebt Träume auf.
Nicht aus Gleichgültigkeit.
Sondern aus Vernunft.
Oder Müdigkeit.
Oder weil morgen auch noch Zeit ist.
Freundschaften laufen leise weiter.
Ohne Drama.
Ohne Streit.
Ein paar Nachrichten.
Ein Treffen irgendwann.
Gefühle melden sich kurz.
Und werden wieder sortiert.
Später.
Wenn es besser passt.
Man lebt korrekt.
Verlässlich.
Angemessen.
Und manchmal merkt man erst im Stillstand,
dass etwas fehlt,
das keinen Platz im Plan hatte.
Liebe ist selten spektakulär.
Oft ist sie unscheinbar.
Ein Dableiben.
Ein Satz, der nicht zurückgehalten wird.
Ein Blick, der nicht ausweicht.
Vielleicht kann man im Leben vieles nachholen.
Erfolge.
Entscheidungen.
Wege.
Vielleicht nicht das,
was ungefühlt geblieben ist.
Vielleicht begegnet dir dieser Satz wieder.
– Wann wird dein Alltag leise, ohne leer zu sein?
– Wo merkst du, dass Nähe möglich wäre, aber nicht geschieht?
– Wie fühlt sich ein Moment an, in dem du nichts zurückhältst?



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