Wenn du etwas loslässt, hast du plötzlich zwei Hände frei.
- Armin Wick
- 20. Jan.
- 1 Min. Lesezeit

Wenn du etwas loslässt, hast du plötzlich zwei Hände frei.
Was wäre,
wenn dein Festhalten
gar keine Stärke ist,
sondern nur Gewohnheit?
Wenn du etwas loslässt,
hast du plötzlich zwei Hände frei.
So einfach gesagt.
Und doch bleibt meine Hand oft noch in der Luft,
als müsste sie etwas festhalten,
nur für den Fall.
Loslassen klingt nach Rückzug.
Nach Egal.
Nach Wegdrehen.
Aber so fühlt es sich nicht an.
Es fühlt sich an wie
aufhören zu kämpfen.
Nicht um Anerkennung.
Nicht um Recht haben.
Nicht um das nächste Mehr.
Ich lasse los
vom Vergleichen.
Vom Verhandeln.
Vom ständigen inneren Wettlauf.
Und plötzlich taucht die Frage auf:
Darf ich das?
Ist das ein Privileg,
weil ich gerade sicher stehe?
Oder ist es etwas anderes
als Aufgeben?
Loslassen heißt nicht,
dass mir alles gleichgültig wird.
Es heißt, den Griff zu lockern.
Nicht alles festzunageln.
Nicht überall mitzugehen.
Die Welt ist laut.
Manches brennt.
Und trotzdem spüre ich:
Mein Nein zum Gegeneinander
muss nicht laut sein.
Vielleicht ist Loslassen
keine Flucht,
sondern eine Form von Bleiben.
Mit offenen Händen.
Ohne Faust.
Zwei Hände frei
nicht für mehr Aufgaben,
sondern für das,
was sich zeigen will.
Ich weiß noch nicht,
was kommt.
Aber ich merke:
So kann ich es empfangen.



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